Dienstag, 15. Juni 2010

Das war eine Nacht!

Wir sind im Hotel Zikada in Mariehamn untergekommen. 62 Euro das Einzelzimmer ist ein annehmbarer Preis, erst recht, wenn man denkt, dass wir nach finnischer Zeit (eine Stunde später als in Deutschland oder Schweden) sehr spät am Abend angekommen sind und auf den Rat eines Taxifahrers angewiesen waren.
Die Zimmer sind sehr einfach aber sauber. Was auffällt: Der zentrale Blickfang im Zimmer ist ein riesiger LCD-TV - hier wurde wirklich nicht gespart. Man erkennt auf den ersten Blick, was das Wichtigste im Leben ist!
Die Nacht war kurz. Wir sind erst gegen 02.00 Uhr ins Bett gekommen. Ich hatte ein Zimmer zum Hafen (nur eine Querstraße bis zum Kai) und schon um 07.00 Uhr haben fleißige finnische Handwerker angefangen einen Betonmischer zu betätigen und mit einer Flex Platten zu schneiden. An Weiterschlafen war überhaupt nich zu denken und so bin ich um 08.00 Uhr bereits zum Frühstück gegangen.
Interessant war eine Art warmer Haferflockenbrei - ähnlich dem englischen Porridge, das hier mit einem Stück Butter in der Mitte oder mit Marmelade oder Früchten gegessen wird. Ansonsten gab es fast alles zum Frühstück - vom 4-Minuten Ei bis zur Wurst mit Gurken und Paprika.
Draußen sieht das Wetter relativ gut aus - blauer Himmel mit Schäfchenwolken. Der Wetterbericht für Helsinki ist ein wenig besser, für den Nachmittag wird "scattered" und nicht mehr "broken" prognostiziert. Wir werden nach einer Wetteberatung am Flughafen und eventuell nach einem zusätzlichen Anruf in Helsinki-Malmi entscheiden, wohin wir heute fliegen. Der Wetterbericht für diese Woche ist eigentlich super - allerdings ist heute noch ein Übergangstag. Wenn es nicht mit Helsinki klappt, dann werden wir vielleicht nach Stockholm fliegen. Wir waren dort bereits vor drei Jahren. Dort liegt mitten in der Stadt ein ehemaliger Militärflugplatz (Barkaby), der gebührenfrei ist, aber über alle notwendige Infrastruktur verfügt.

Montag, 14. Juni 2010

Meistens geht es nicht so wie man denkt!

10.00 Uhr, blauer Himmer - wir starten auf Rügen mit Kurs schwedische Südküste. Eine Stunde Flug und wir sind in Landskrona. Wir tanken voll (statt 2,30 Euro in D kostet hier der Sprit nur rund 2 Euro) und haben wieder knapp 200 l im Tank. Nach Flugplanung und Kaffe im Vereinsheim des Fliegerclubs starten wir mit Kurs Stockholm Stavsta - einem Flugplatz südlich von Stockholm. Drei Stunden später, nach eine interessanten Flug quer durch Schweden, landen wir dort. Vor uns auf dem Abstellfeld stehen zahlreiche Ryanair-Maschinen und im Ankunftsgebäude ist alles voll mit Touristen. Wir setzen uns ins Restaurant und trinken Kaffee so lange wir den Weiterflug planen. Da es schon Nachmittag ist, nehmen wir uns vor direkt bis Helskinki zu fliegen. Dort wollen wir auf dem Flugplatz Malmi, im Süden der Stadt, landen. Wir tanken wieder voll, der Tankwart spricht perfekt deusch. Auf meine Frage, was ihn denn nach Schweden geführt hat, zuckt er nur mit den Schultern und meint: "Die schönen schwedischen Frauen!" Nach telefonischer Flugpanaufgabe und einer sehr guten Wetterberatung geht es los. Wir bekommen eine Abflug genau  nach Wunsch freigegeben und fliegen "2000 feet or below" die schwedische Ostküste an Stockholm über die Schären nach Norden. Ein wunderschöner Flug.
Nördlich von Stockholm drehen wir nach Osten und fliegen über die Aaland-Insel, vorbei am Flugplatz Mariehamn, nach Finnland. Die Republik Aaland ist wirklich interessant. Wir sind hier schon vor zwei Jahren gelanden. Sie besteht fast nur aus Inseln vor der finnischen Küste und hat einen autonomen Status. Die Menschen sprechen überwiegen schwedisch und die Flagge hat von beiden Ländern etwas.
An Mariehamn vorbei geht es an der finnischen Südküsten über eine wunderschöne Inselwelt nach Osten. Nach etwa einer halben Stunde - südlich von Turku - erreichen wir tiefe Wolken in etwa 500 bis 2000 Fuss. Der Wetterbericht hatte uns natürlich darauf hingewiesen und auch die Auskunft gegeben, dass in Helsinki diese Wolken broken - also mit deutlichen Lücken - seien. Wir verlassen uns darauf, steigen über die Wolken und fliegen weiter.
Die Wolken werden immer dichter und nach wenigen Minuten gibt es keine "Löcher" mehr. Ich rufe "Helsinki Radar" und lasse mir erneut zur Sicherheit das Helsinki-Wetter geben. Wieder die Auskunft "broken", also fliegen wir weiter. Eine knappe Stunde lang fliegen wir über den Wolken und es ändert sich nichts. Als wir nur noch rund 40 Meilen von Helsinki entfernt sind, frage ich erneut nach. Wieder die selbe Auskunft. Letztlich ändert sich jedoch nicht. Als wir in den Bereich des Verkehrsflughafens Heskinki einfliegen, müssen wir auf Grund der Luftraumstruktur deutlich sinken, was wegen der Wolken nicht möglich ist. Ein Sinkflug durch die Wolken kommt nicht in Frage, weil das illegal ist und unter uns eine bergige Gegend ist. Letztlich weiss man nie genau, wo man rauskommt.
Wir entschließen uns schweren Herzens umzukehren. melden uns in Helsinki ab und drehen um 180 Grand für den Rückflug nach Mariehamn. Helsinki Radar gibt uns an Tampere Radar weiter. Dort werden wir informiert, das Mariehamn in 10 Minuten schließt - wir haben noch ca. 1 Stunde Rückflug. Nein, so die Antwort auf meine Frage, die Landung außerhalb der Betriebszeiten sei kein Problem. Wir sollen einfach auf der Radarfrequenz bleiben und uns bei Erreichen des Flugplatzes abmelden (auch damit unser Flugplan geschlossen wird). In Deutschland undenkbar - auf einem Verkehrsflughafen außerhalb der Betriebszeiten zu landen - in Finnland kein Problem!
Der Weg zurück erscheint sehr lange. Wir fliegen in den Abend hinein über weißen Watte-Wolken, eigentlich sehr romantisch - wenn es nur in die richtige Richtung ginge. Die Luft ist ruhig und das Flugzeug fliegt wie auf Schienen. Gegen 21.30 (finnische Zeit 22.30) erreichen wir Mariehamn und landen auf der Piste 21. Niemand ist mehr da, aber innen am Zufahrtstor ist ein Hinweis für Piloten wie der Code für die Öffnung des Tors lautet. Alles kein Problem!
Draußen suchen wir eine Taxinummer, werden jedoch nicht fündig. Während wir über Internet nach einem Hotel suchen, kommt der Wachdienst. Er bestellt uns ein Taxi.  Der Taxi-Faher bringt uns zu einem günstigen und ordentlichen Hotel. Mittlerweile ist es 22.45 finnischer Zeit und wir haben Hunger und Durst. Im Hotel gibt es nichts mehr. Wir suchen rund eine Stunden herum und finden nur Bierkneipen in denen wir stehts die Auskunft bekommen "sorry, kitchen is closed".. Am Ende landen wir an eine Kebap Stand und sind dankbar für Kebap mit Pommes Frittes für 9 Euro!
Nach einem Bier auf dem Rückweg erreichen wir gegen 01.30 Uhr das Hotel. Draußen ist es immer noch nicht dunkel. Von meiner Terasse aus habe ich eine Blick in den Hafen. Dort liegt ein 4-Master mit dem Namen "Pommern" und als wir ankamen lagen dort große Ostseefähren.
Ich versuche jetzt zu schlafen. Spät genug ist es. Mal sehen wie morgen das Wetter ist und ob wir einen erneuten Versuch starten, nach Helsinki zu fliegen.

Sonntag, 13. Juni 2010

Jetzt geht's richtig los

Nach einem unterhaltsamen Fußballabend (hoffentlich geht es so auch am Freitag weiter!) haben wir gut geschlafen und sitzen nach dem Frühstück bereits wieder an der Flugplanung. Das Wetter sieht hier gut aus und auch die Vorhersagen für Schweden und Finnland sind gut. Zunächst wollen wir von Rügen nach Landskrona in Schweden fliegen. Ein kurzer Flug (knapp eine Stunde) vorbei an Malmö in die Gegend von Helsingborg. Wenn wir dort getankt haben, dann soll es quer durch Schweden in Richtung Stockholm gehen. Nördlich von Stockholm dann über die Aland-Inseln (wir wollen im Marieham landen) und von dort aus nach Helsinki auf den Flugplatz Helsiniki-Malmi im Süden der finnischen Hauptstadt. Mal sehen, wie das klappt und vor allem, wie wir tatsächlich vorwärts kommen. Uns erwartet heute ziemlich viel Arbeit , da es meist durch verkehrsreiche und kontrollierte Luftrräume (insbesondere Stockholm und Helsinki) geht. Die reine Flugstrecke ist nicht die große Herausforderung (ca. 500 Nautische Meilen), sondern das ganze Drumherum.

...und es geht doch!

Stehe morgens auf und schaue aus dem Fenster: Ein Wetter, dass sogar die Vögel zu Fuß gehen. Bei uns auf der Schwäbischen Alb regnet es und die Wolken hängen tief. Darunter alles voller Dunst. Der Wetterbericht frustriert mich noch mehr. In ganz Deutschland scheint die Sonne nur im Süden genau bei uns, da ist Mistwetter. Bei Otto in Regensburg sieht es ein kleines bißchen besser aus - er fährt zum Flugplatz. Voller Pessimismus packe ich meine Taschen und fahre auch zum Flugplatz um auf Otto zu warten. Tatsächlich er landet. Wir setzen uns in die Flugplatzkneipe uns sprechen unseren Flug durch. Wenn es die Wolkenuntergrenzen zulassen, dann wollen wir zunächst nach Magedeburg, dort landen und dann in Ruhe überlegen, wie weit wir heute noch fliegen.
Wir starten gegen 13.00 Uhr in Mengen und tatsächlich wir finden zwischen Dunst und Wolken eine Höhe in der wir gefahrlos über die Alb nach Nord-Osten fliegen können. Noch im Regen und tiefen Wolken geht es vorbei an Göppingen. Ab Crailsheim reißen die Wolken auf und die Sonne kommt durch. Weiter gehts an Schweinfurth vorbei über den Thüringer Wald, knapp westlich lassen wir Erfurt liegen und landen nach ca. 2 Stunden und 20 Minuten in Magdeburg. Dort ist es zwar auch bewölkt, aber angenehm warm und es regnet nicht. Schnell kommt die Enttäuschung: Es gibt keine Flugplatzkneipe. Im Tower findet sich jedoch ein Getränkeautomat und nach einem schlechten Kaffe beschließen wir direkt nach Rügen weiter zu fliegen. Vorsichtshalber noch ein Anruf: Leider schließt das Restaurang am Flugplatz Rügen um 18.00 Uhr. Es ist 16.00 Uhr und wir haben bis Rügen noch rund 150 Nautische Meilen zu fliegen (1 Nautische Meile entspricht ca. 1,82 km). Also werden wir wohl genau zum Feierabend dort landen. Wir beschließen deshalb in Rügen ein Zimmer zu suchen und den Abend dort gemütlich zu verbringen - vor allem beim Fußball (Deutschland - Australien). Wie geplant landen wir um 18 Uhr in Rügen. Es ist sehr windig und kühl. Der Mann auf dem Tower reserviert uns telefonisch ein Taxi in Bergen. Vor dem Flugplatz stehen bereits zwei Dänen, die ebenfalls mit dem Flugzeug angekommen sind. Wir teilen uns das Taxi. Das Hotel ist klasse - aber leider auch nicht ganz billig.

Samstag, 12. Juni 2010

Unvorbereitet geht nicht!

Stecke noch mitten in der Flugplanung und Vorbereitung. Otto hat sich um seinen Flieger gekümmert und ich hoffe, er ist im Top-Zustand. Schon verrückt, was es an Karten braucht. Neben den 8 deutschen Karten schleppen wir 7 Karten für Schweden und vier Karten für die südliche Hälfte von Finnland mit. Hinzu kommen die Flugplatzkarten (Anflugblätter) für alle Länder, die wir durchfliegen.
Das Wetter sieht einigermaßen durchwachsen aus. Mogen soll es in der südlichen Hälfte Deutschlands noch schlechter sein und je weiter wir nach Norden kommen, erwartet uns besseres Wetter. Insgesamt sind die Prognosen für nächste Woche gar nicht schlecht, auch in Skandinavien.
Wir werden wohl am späten Vormittag losfliegen. Otto kommt von Regenburg nach Mengen und nimmt mich auf. Dann geht es nach derzeitger Planung zunächst in gerader Linie an Stuttgart vorbei über Magedeburg nach Rügen. Die Flugzeit beträgt normalerweise ca. 4 Stunden für diese Strecke (ca. 400 Nautische Meilen). Von Rügen ist es dann nur noch ein kurzer Flug bis an die schwedische Südküste. Je nach Ankunftszeit werden wir in Südschweden übernachten oder noch ein Stück an der Küsten entlang in Richtung Stockholm fliegen. Auf jeden Fall nicht zu lange, denn schließlich spielt morgen die deutsche Fußballnationalmannschaft ihr erstes Spiel gegen Australien!

Freitag, 11. Juni 2010

Flug nach Norden - am Sonntag gehts los

Auch in diesem Jahr starten Otto und ich zu unserem alljährlichen gemeinsamen "Flugabenteuer". Wir haben beide eine Privatpilotenlizenz und fliegen mit Ottos Piper Arrow - einer 4sitzigen Maschine (ich werde noch Bilder einstellen). Die Flugstrecke haben wir noch nicht detailliert festgelegt - aber es soll über Schweden nach Finland und dort auch nach Helsinki gehen. Welche Strecke wir genau fliegen und wie lange wir brauchen hängt vom Wetter ab, aber auch ob es uns irgendwo besonders gut gefällt und wir deshalb etwas länger bleiben wollen. Meistens besprechen wir erst am Abend vorher, wohin es am nächsten Tag geht.
Wir nehmen uns ungefähr eine Woche Zeit. In den letzten Jahren waren wir bereits mehrfach in Skandinavien unterwegs, einmal sogar bis hoch zum Nordkap. Fliegen in Schweden hat uns immer fasziniert. Es gibt dort viele kleine Flugplätze mit hilfsbereiten netten Menschen, wenig Bürokratie und viel fliegerische Freiheit, unberührte Natur und fast jeder spricht Englisch, so dass die Kommunikation kein Problem ist.
Am kommenden Sonntag (übermorgen) solls losgehen und ich hoffe, ich kann mit diesem Blog Interessantes über unsere Reise berichten.